Suedafrika
Huhu... mich gibt's noch, hab mich zwar eine ganze Weile nicht mehr gemeldet, aber mir geht's nach wie vor prima. Es wird einwandfrei fuer mich gesorgt
Langer Text, der wartet kommentiert zu werden :p
05.08.2011, 20:00
4 Tage bin ich nun seit Windhoek unterwegs. Am ersten Tag bin ich erst spaet los, ueber ein paar easy Berge , danach alles flach bis Rehoboth gefahren. Rehoboth ist ein krasser Kontrast zu Windhoek. Blechhuetten und dreckige Strassen, der Platz vor dem Supermarkt ist bevoelkert von Bettlern. Ein erster Eindruck der Ungleichheit im Land. Die hohe Arbeitslosigkeit ist spuerbar. Ich fahre lieber noch weiter, campe etwas mehr als 10 Kilometer nach der Stadt an einem kleinen Weg der seitlich von der Strasse abzweigt. Ein schwarzer (ab sofort schreibe ich die Hautfarben schwarz, weiss und farbig dazu, weil man sonst ja nicht weiss um was es sich handelt) Mann mit Pferd kommt vorbei und fragt nach dem Weg und nach Wasser. Ich kann ihm beides geben.
Die naechsten 2 Tage sind gepraegt vonebener Strecke und Rueckenwind. Neben dem Ort Mariental gibts nicht viel, ausser der Geisterstadt Asab und wieder einem traurigen Oertchens namens Tses. Kinder betteln mich an und schauen mir beim Mittagessen zu. Ich fuehle mich schlecht dabei, lasse die Tafel Schokolade lieber verschlossen in der Tuete, geniessen kann ich sie so sicherlich nicht. Ab Tses dreht der Wind auf West, so komme ich nur noch deutlich verlangsamt voran, schaffe aber dennoch genau die 200 Tageskilometer bis zum Schlafplatz unter freiem Himmel. Die Zeltheringe wollen nicht so recht in den Boden und Westwind ist warm, also warum nicht ohne Zelt. Wieder kommt einer vorbei. Seltsam, dass in dieser Einoede Menschen sind. Ich teile mein Abendessen und mache Tee fuer uns beide, bevor er sich in sein Dorf verabschiedet. Freude
In der Nacht dreht der Wind auf Sued. Eiseskaelte. Und was viel schlimmer ist, Gegenwind am Tag drauf. Ich fahre im Schneckentempo nur bis Keetmanshoop. In dieser elendig oeden und langweiligen Landschaft ohne kulturelle Anreize brauche ich den Rueckenwind wohl, um nicht mental zum Wrack zu werden. In Keetmanshoop werden die Unterschiede zwischen Arm und Reich ersichtlich. Linker Hand die Wellblechhuetten, rechter Hand schoene Haeuser, Kirchen, Supermaerkte, Banken. Kein kultureller Hoehepunkt meiner Reise. Zum Glueck konnte ich den plumpen Versuch von 2 Jungs, meine Kamera zu stehlen abwenden, sonst waere meine Moral wohl komplett den Bach herunter. Einer: "Hey, schau ma was ich fuer tolle Musik hab", steckt mir Kopfhoerer ins Ohr, der andere greift derweil von der Seite nach meiner Kamera. Glueck gehabt. Aber ist ein Warnschuss fuer mich, muss wohl mehr aufpassen. Ich hasse es misstrauisch zu sein Ich fahre ein bisschen aus der Stadt, will auf einem Campsite naechtigen, doch 140 N$ (14Euro) ist zuviel, ich radle weiter. 2 Kilometer weiter frage ich (weisse) auf einer kleinen Farm ob ich mein Zelt aufschlagen darf. Natuerlich! Kostenlos. Inklusiv Bad - das Wasser dreht sich uebrigens gegen den Uhrzeigersinn im Ablauf. Wollt ich schon immer mal wissen, ob es wahr ist, dass es auf der Suedhalbkugel andersrum ist, also bitte ma testen und kommentieren - Morgen gibts Fruehstueck serviert. Alles wieder gut. Wie schnell sich alles aendern kann.
Radfahrtechnische Gedanken:
Liebe LKW: Es freut mich, dass ihr euch freut, wenn ihr mich seht und mich deshalb freudig anhupt... Ich freue mich allerdings NICHT! Ihr seid vielmehr meine Feinde. Ihr seid laut, stinkt, und wenn ihr mir entgegenkommt beschehrt ihr mir Gegenwind. Wenn ihr dann genau neben mir hupt, damit mir mein Trommelfell fast platzt, kann ich mich nicht wirklich darueber freuen. Ich gruesse dann auch unter Garantie NICHT (!) zurueck. Basta! Nehmt's mir nicht uebel. Danke.
Aus dem Regelwerk fuer Radreisende:
Glaube niemals jemanden, der behauptet, es ginge nur noch bergab ! Es wird nicht stimmen.
12.08.2011, 8 Uhr
Ich bin ein klein wenig faul geworden mit den Eintraegen. Eine ganze Woche habe ich nichts geschrieben. Anfangs hatte ich mehr kurze Pausen genutzt, in der Teestube einige Saetze geschrieben. Doch hier gibt es sowas nicht. Ueberhaupt mach ich kaum kurze Pausen mehr, ist auch schwierig wenn man nur 1 oder 2 Orte am Tag passiert. Das aendert sich nun jedoch so langsam, das wenig bevoelkerte Gebiet liegt nun hinter mir.
In den 7 Tage von Keetmanshoop bin ich weit gekommen. Zuerst war der Wind immernoch das beherrschende Thema. Ein weiterer Tag mit Rueckwind und ueber 190 Kilometer. Abends machen mir die Zaeune zu schaffen. Ich ignoriere diese und klettere mitsamt Fahrrad und Gepaeck drueber.
Die zweite Nacht habe ich es bis zur Grenze geschafft, davor mein Zelt in der Orange River Lodge aufgestellt. Am naechsten Tag durch die Suedafrikanische Buerokratie. 6 Stationen bis ich die Grenze letztendlich passieren durfte.: Police Control, Immigration Office, Customs Office, nochn komisches Office, Customs Control und der abschliessende Police Control, der dann auf meinem Laufzettel kontrolliert ob ich alle Stationen ordnungsgemaess durchlaufen habe.
Dann geht's den Berg hinauf. Erst schoen durch ein Tal, doch schon bald ueber viele Kilometer flaaaaaaaaach und geeeeraaaaaaade bergan. Ich fahre und fahre, doch es nimmt kein Ende. Ich kaempfe mit den Schmeissfliegen und meinem Willen weiterzutreten. Aetzendes Teilstueck. Nach knapp 40 Kilometer bergan geht es 10 Km bergab, damit es dann wieder 10 Kilometer bergauf gehen kann. Das Ganze wiederholt sich so immer weiter bis heute. Bergauf - Bergab - Bergauf - Bergab. Die Strasse dabei meist aetzend gerade, kaum Kurven, das Terrain wird einfach ignoriert. Haesslich fuer Radfahrer und extrem psychisch fordernd fuer mich. Zum Glueck aendert sich die Landschaft wenigstens etwas. Es wird bergiger und gruen. Ueberall toll farbige Blueten. Abends finde ich meist ganz gute Schlafplaetze. Einmal fahre ich zu einem Haus in einem wunderschoenen Seitental um zu fragen, ob ich mein Zelt aufstellen kann. Aber es ist keiner da. Es ist schon spaet, also stell ich mein Zelt einfach so am kleinen Bach aufgestellt. Am naechsten Tag steht eine Thermoskanne mit Kaffee und eine Box mit Brot+Ei und Orangen vor dem Zelt. Willkommen in Suedafrika ![]()
In Vanrhynsdal (gestern) gehe ich ins Touristeninformationsbuero, bekomme Karten und eine persoenliche Fuehrung nur fuer mich durchs kleine Museum. Dann geht's mit starkem Sued- (Gegen)wind weiter. Hohe Schleierwolken kuendigen schlechtes Wetter an. Am Abend biege ich von der Hauptstrasse (N7) ab, die so langsam etwas nervig wird. Zum einen weil sich noch immer jegliches Terrain ignoriert, weshalb es staendig bergauf - bergab geht, zum anderen weil der Region bewohnter wind und der Verkehr doch recht deutlich zunimmt. Die alte Strasse entlang des Olifant Rivers ist ungeteert aber ganz ordentlich befahrbar. Kaum Verkehr, wunderschoen im Tal gelegen, links die Berge. Als es dunkel wird, frage auf einer Farm (weisse) ob ich mein Zelt aufschlagen kann. "We will make a plan for you." - Dusche, Abendessen, Gaestezimmer mit richtigem Bett (das erste eigene Bett seit Tansania), Fruehstueck, etc. Gastfreundschaft als westliche Selbstverstaendlichkeit: "Our Pleasure".
Und heute tatsaechlich. Das angekuendigte schlechte Wetter ist da. "If you feel like it, we are happy if you stay one more, you can relax a bit here."
(Etwa 35 Km vor Clanwilliam)
16.08.2011, 8 Uhr
Ich nutze den schlechten Tag zum ausruhen und Speichen vom Hinterrad ersetzen, bevor es ueber schlechte Piste ueber die Berge geht, sollte mein Fahrrad Tip-Top sein. Es ist mein erster Radfreier Tag seit Windhoek. Ich habe mich schon so ans taegliche Fahren gewoehnt, dass ich die Pause eigentlich gar nicht unbedingt noetig hatte.
Am Tag drauf (13.08.) geht's erst noch ein Stueck entlang des Olifant Rivers, bevor es Richtung Berge (Ceder Mountains) abbiegt. Der Ort dort heisst Algeria, ist aber nicht mehr als eine Ansammlung Ferienhaeuser und einem Campingplatz. Ich moechte auf dem Campingplatz naechtigen, werde aber kurz davor von einer Gruppe (5) junger Leute (weisse) angesprochen und in ihr fuers Wochenende gemietete Ferienhaus eingeladen. Es gibt genug freie Betten und Essen. Also erneut im warmen Bett schlafen. Man koennte sich schon wieder so langsam daran gewoehnen. Eine Decke ist doch etwas angenehmer als immer im Schlafsack zu schlafen. Und die richtige Matratze fuehlt sich schon gut an... Es gibt lecker Abendessen, Nachtspaziergang und jede Menge Wein. Am tag drauf (14.08.) geht's weiter. Uber einen von Norden her eindrucksvollen Pass in eine Art Hochtal, das sich ganz schoen lange hinzieht, alles in wundervoller Bergkulisse. Tolle Gegend. Da ist er, der erste angekuendigte landschaftliche Hoehepunkt Suedafrika. Heute, Sonntag auf Montag bei kaltem Wetter sind kaum Ausfluegler in dieser Gegend, so dass die Campsites alle leer sind, was sie fuer mich unnoetig machen. Auch wenn 35 Rand nicht viel Geld ist (3,50 Euro) ziehe ich es deshalb vor, noch weiterzufahren. Allein sein kann ich auch fuer lau. Ich finde einen tollen Platz im grandiosen Tal, eingerahmt von hohen Felsen, ein kleiner Bach mit kaltem, klarem Wasser vor der Haustuere. Der Weg von der Strasse ab in dieses Tal ist zwar nur fuer authorisierte Personen gedacht, aber das juckt mich reichlich wenig, schliesslich habe ich weisse Haut. Das Ergebnis: Kein Mensch da, grossartiger Platz, kleines Lagerfeuer vorm Zelt, das mich ausreichend waermt.
Am naechsten morgen (15.08.) ist es bitterkalt. Bis die Sonne ueber die Berge kommt bin ich schon eine ganze Weile auf dem Rad. Ich wuerde ja gerne schlafen, bis es etwas warm ist, ich haette theoretisch ja jede Menge Zeit, aber die Naechte sind so schon viel zu lange, und nachdem ich mein Buch ("Shaka Zulu") ausgelesen habe, ist im Zelt nicht mehr viel zu Tun. Zum Fruestueck geht's einen ordentlichen Pass hoch, damit es oben im naechsten Hochtal wieder flach weitergeht. Ich warte noch immer auf eine tolle Passabfahrt. Eigentlich gab es sowas die ganze Reise ueber nicht. Nach etwa 70 Kilometern flach ist es dann endlich soweit. Nach Ceres geht's auf wunderbar geteerter Strasse mit grandioser Aussicht flott ins Tal hinab. In Ceres merke ich aber, dass mein anvisiertes Ziel fuer den Tag, Paarl, nicht mehr zu schaffen ist. Knappe 100 Kilometer stehen schon auf dem Tach, 70 Kilometer waeren es noch. So gehe ich schnell einkaufen, werde aber bald einem dicken farbigen (nicht schwarz!) angesprochen, ein Lokalpolitiker wie sich herausstellt. Er redet viel, ist aber supernett und begeistert von meiner Reise. Am Ende kann er mir ein Bett fuer die Nacht organisieren. Er selbst wohnt nicht in Ceres, er leitet mich aber an eine Politiker- Kollegin weiter, bei der ich schlafen kann. Die Leute sind superfreundlich, die Tochter zieht nur wegen mir aus ihrem Zimmer aus, aber irgendwie ist es auch seltsam. Dieses westlich Zuvorkommende gibt es nicht so. Es wird versucht es mir ueberaus recht zu machen, manchmal etwas uebers Ziel hinaus, und ohne mich zu fragen was ich denn mag. Nebenbei sind die Leute intressiert an meiner Reise, aber ich habe das Gefuehl sie trauen sich nicht richtig mich danach zu fragen, oder mich irgendwas zu fragen. Der Umgang scheint ungewohnt. Aber wie gesagt sehr nett. Als Politikerin hat die Frau ein schoenes, recht grosses Haus, die Einrichtung will westlich sein, aber die Aufteilung ist aeusserst komisch. Wieder sehe ich ueberall dieses afrikanische Problem. Hauptsache die Dinge funktionieren, schoen oder richtig gut muss es nicht sein. Teppich ueber die kaputten fliessen, und haessliche Tiefkuehltruhe zwischen die Kuechenzeile gepfercht, auf der 4 Kaffeemaschinen stehen. Doch es wird nur Instantkaffee gemacht.
16.08.2011, 22 Uhr
Bin heute von Ceres (nur) etwa 75 Kilometer ueber den wunderschoenen Bains Kloof Pass bis Paarl gefahren. Das war vielleicht die schoenste Strasse der ganzen bisherigen Tour. Grossartige Gegend, kleine, kaum befahrene Strassen, entlang eines rauschenden Baches ueber wunderschoene Berge.
In Sambia habe ich die Bekanntschaft netter Suedafrikaner (weisser) gemacht, die mich in ihr Haus nach Paarl eingeladen haben. Angekuendigt hatte ich meinen Besuch schon per Email, hatte aber seither kein Internet mehr um zu pruefen ob das in Ordnung geht. Anhand der Adresse auf der Visitenkarte finde ich das Haus, und druecke die Klingel. "Rouven, is it you?". Und schon bin ich im Haus. Richtig liebe Leute, wieder ein Bett fuer 2 Naechte. Morgen wandere ich mit der Tochter direkt in die Berge ueber Paarl und mache einen kleinen Ausflug ins Studentenstaedtchen Stellenbosch.
Mir geht's weiterhin prima. So gut wie in Cape Town.
Namibia
Eintrag 27.07.11, 12:30
Ich sitze auf einem Rastplatz auf einer Steinbank an einem Tisch und esse Salami- und Kaesebroetchen zu Mittag. Als Nachtisch Schokolade. Neues Land, neues Glueck. Deutschland Sued-West, wie die Kolonialmenschen zu sagen pflegten, oder heute besser Namibia ist sicher deutlich anders als man sich Afrika so vorstellt, und sehr viel anders als was ich bisher erlebt habe. Ziemlich gut entwickelt und westlich gepraegt, grosse Supermaerkte, "gutes Essen". Zumindest in den Staedten ist das so. Ganz im Gegensatz zu den letzten 200 Kilometern in Sambia, wo sich mir Afrika nochmal sein unterentwickeltes Gesicht zeigen konnte: Lehmhuetten mit Strohdaechern, netten Menschen ohne Englischkenntnisse, denen es sogar schwer ist begreiflich zu machen, dass ich Wasser brauche. Wasserstellen gibts nur alle 50 Kilometer, 5km auf sandigem Pfad von der Strasse entfernt. Ein Glueck muss ich dort hin nicht hin. Der nette Herr fuellt meine Flaschen aus seinem Wasserbottich. Klares Trinkwasser. Wie ueberall in Sambia Trinkwasserqualitaet. In Namibia wird jetzt Wasser ein interessantes Thema fuer mich werden. In einem der trockensten Laender der Erde heisst es die Flaschen immer gut gefuellt zu halten.
30.07.2011, 14:00
Wow! Kaum passiere ich die Grenze, bin ich schon kurz vor der Hauptstadt Windhoek. Morgen frueh werde ich dort ankommen. Wieder ein perfektes Beispiel wie sich meine Plaene vom einen auf den naechsten Moment aendern koennen. Also doch nicht nach Botswana: Am 2. Tag Namibia haben mich Silvia aus Deutschland und Kirsten aus Daenemark, die ich zuvor in Livingstone getroffen habe mit ihrem VW-Bus ueberholt. Wasserflaschen aufgefuellt, dann kurzerhand das Angebot angenommen bis zur Abzweigung nach Botswana mitzufahren. Getreu dem Motto: Lieber mehr Zeit in schoener Gegend verbringen. Hier ist es furchtbar eintoenig. Ueber hunderte Kilometer ebene Strecke, keine Aenderung der Vegetation. So gut wie keine Menschen auf der Strecke die fuer etwas Abwechslung sorgen koennten. Langeweile fuer einen Landschaftsgeniesser wie mich. Die Aussicht auf die naechsten ebenen 1000 Km durch Botswana machen mir die Entscheidung weiter mit den Maedels mitzufahren leicht. Wir uebernachten in einem netten Campsite, dann gehts weiter. In Otjiwarongo trennen sich unsere Wege, ich fahre nach Sueden, die Beiden nach Swakopmund im Osten. Noch schnell im Superdupermegaspar alles was das westliche Herz begehrt eingekauft: Wurst, Kaese, Koernerbrot, Gummibaerchen, Schokolade. Und das zu erschwinglichen (europaeischen) Preisen. Namibia ist ein modernes Land. Das liegt selbsdtverstaendlich auch an der Kolonialgeschichte. Ueberall deutsche Namen. Aber die Unterschiede sind riesig. Namibia liegt bei nem Index der die Schere zwischen Arm und Reich berechnet auf Platz 1 in der Welt. Aber auch viele Schwarze profitieren. Die Leute sitzen im Park und geniessen die freie Zeit. Ein ganz neues Afrikaerlebnis fuer mich. Fahrradtechnisch laeufts ganz gut. Nordostwind hilft, die Strecke ist weiterhin topfeben, allerdings gibts rechts und links wenigstens hin und wieder Berge an denen ich mich orientieren kann, so dass ich nicht nur tatsaechlich vorankommen, sondern auch das Gefuehl dafuer habe. Nach Windhoek solls aber etwas bergiger werden und noch trockener. Der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht ist enorm. Tagsueber angenehme 25 Grad, nachts gefrieren meine Wasserflaschen komplett durch. Ich schaetzxe -5 Grad. Also tief in den Schlafsack gekuschelt!
Etwas schade finde ich hier, dass die Strasse hier ueber hunderte Kilometere gesaeumt ist von Zaeunen. Alles Privatbesitz, Rinderzuchtfarmen. So ists recht schwierig einen guten Schlafplatz zu finden. Aber irgendwie gehts dann doch immer. Bin ein paar Kilometer in eine der ungeteerten Nebenstrassen gefahren, wo so gut wie kein Verkehr ist, und hab mich dor an die Seite gestellt. Das war eigentlich ganz gut. Wuerde gerne einfach bei den Farmen fragen, aber die dick verschlossenen Tore reden leider nicht mit mir
02.08.2011, 11Uhr
Bin nun seit 2 Tagen in Windhoek, fahre aber heute noch weiter nach Sueden. Hab gestern die noetigen Dinge erledigt. Ich habe sogar neue Bremsbloecke fuer meine Scheibenbremse im modernen Radladen (Cycletech in Klein-Windhoek) gefunden und gleich eingebaut. Endlich wieder eine Vorderbremse ![]()
Windhoek ist eine moderne Stadt, koennte so auch in Europa sein, waeren da nicht so viele Schwarze.
Hab meinen Rueckflug gebucht. Kapstadt nach Frankfurt am 05.September mit Etihad. Freue mich drauf, aber mindestens genau so freue ich mich auf die weitere Reise. Suedafrika wird landschaftlich als auch kulturell sicherlich noch ein Hoehepunkt zum Abschluss werden.
Livingstone und Victoria Falls
19.07.2011, 12 Uhr
Hab die Nacht wieder in der Haengematte geschlafen. Erst furchtbar ungemuetlich und kalt, am Ende dann doch recht gemuetlich, nachdem ich den Dreh herausgefunden hatte. Nicht so schrecklich wie die erste Nacht in der Haengematte, doch wieder wach ich mit einem Brummschaedel auf. Hab den Uebeltaeter, wahrscheinlich auch von letztem. Mal in Tansania ausgemacht. Es war wohl nicht das Gemuese, sondern das Oel! Ist eh bald leer
Obwohl ich mich schwach fuehle laeuft das Rad perfekt. Rueckenwind, hab ich mir verdient!Ich bin in Mazabuka, der Zucker-Hauptstadt Sambias in einem kleinen Restaurant. Das Essen, Chips + Chicken + Salat - war in Ordnung, aber der Laden hier ist der bisherige Meister der Ineffizienz. Das Essen koennte die Haelfte kosten, wenn nicht immer 3-4 Leute dumm rumstehen und in die Luft starren wuerden. Wenn dann doch mal was zu tun ist, verlaeuft jede Bewegung in Zeitlupe ab. Die Uhren ticken anders in Afrika mag man meinen wenn man das nicht selbst sieht, aber ich sehe das als pure Unlust an. Hat mit Stress oder Relaxen nix zu tun. Eine baertige Frau mit tiefer Stimme sitzt auf ihrem Stuhl und nimmt die Bestellungen entgegen. Sonst nichts. Bei den 3 Gaesten ein Knochenjob. Pure Lebensfreude und Ausstrahlung in ihrem Gesicht.
20.07.2011, 10 Uhr
Seit langem mal wieder ein Tearoom. Das nutze ich natuerlich sofort aus. Eine bessere Erfindung fuer ein gute 2. Fruehstueck gibts nicht. Total verzuckerter Tee, genau was ich brauche.Heute bin ich genau 2 Monate unterwegs, fuehlt sich kurz an. 3000 km liegen hinter mir. Tolle Erfahrungen, nette Mensche, wunderschoene als auch langweilige Landschaften, einfache und schwere Fahrradetappen. Heute ists zur Halbzeit ein einfacher Tag. Ebene Strecke und wieder Rueckenwind machen die Fahrt einigermassen entspannt. Vor Lusaka gabs fast kaum Verkehr, hier ist das etwas anders, aber akzeptabel. Nichts im Vergleich zu Laendern wie Indien!! Auf der Strecke sehe ich zum ersten Mal so etwas wie Industrie und gross angelegte Agrarwirtschaft. Man sieht das auch an den zumindest etwas groesseren Ortschaften: Banken, grosse Supermaerkte, Geschaefte, Tankstellen, Poststellen und nette Haeuser. Alles recht zivilisiert.
23.07.2011, 16:30
Bin vor 2 Tagen schon in Livingstone angekommen, nachdem ich am 21. mehr als 170 kilometer zurueckgelegt habe. Dumm wenn man sich was in den Kopf setzt, kann man nicht davon lassen, auch wenn man krank ist... Hab seit Mazabuka nicht mehr richtig gegessen. Hab sogar mein Nsima stehen lassen
Jetzt bleib ich hier bis es wieder besser geht und renn paar mal am Tag aufs Klo. Bin in nem Backpacker Hostel mit Campsite. 5 Dollar und Free Coffee all Day. Muss mich also des Preises wegen nicht beschweren
Kann auch wichtige Dinge erledigen. Fahrrad auf Vordermann bringen, Waesche waschen, Internetkram erledigen, war beim Friseur und meine Vorraete auffrischen. War heute bei den Victoria Falls. Riesig! Und irgendwie surreal.Ich werd wenn ich hier weg bin ne ganze Zeit lang nicht mehr ins Netz koennen, also keine Sorgen machen, auch wenn ich mich 3 Wochen nicht melden kann ! Man kann mich aber bis ich aus Sambia raus bin (noch 4 oder 5 Tage) noch auf meiner Sambischen Handynummer anrufen wenn man das Beduerfnis verspuert. Gibt sicher Billigvorwahlen fuer alle Telekomkunden. 0026 974703097













































































































































































