Morogoro Nummer 2
Wieder ein Mehrfacheintrag.
Eintrag vom 27.05.2011, 14Uhr
Von Tanga gings nach Westen, die Strasse ist richtig gut, der Verkehr maessig, nur die Busse fahren wie Sau! Heute habe ich eine Polizeigeschwindigkeitskontrolle gesehehen, ein wenig Genugtuung. Aber alles noch recht harmlos, zumal man links und rechts einen schmalen weiter geteerten Streifen zum Ausweichen hat.
Die Menschen sind super, auf ein “Jambo” (Hallo) folgt immer ein “Jambo-Mambo”, “Karibu” (Willkomen), oder “Habari” (Wie gehts ), worauf man “Mzuri” (Gut) antwortet
Aber man kann sich hier in Ruhe hinsetzen, ohne umringt zu werden, was doch deutlich entspannter ist als in Indien. Auch das Fahrrad kann man ohne Bedenken stehenlassen, ohne dass es sofort begrabscht oder geklaut wird. Meine Keniakarte hat mich vor einigen Kilometern verlassen, aber das macht nichts, da es eh nicht sehr viele Strassen gibt.
Letzte Nacht habe ich den eigentlich perfekten Schlafplatz gefunden. Von der Strasse ging ein kleiner Weg ab, nach 200 Metern hiervon ein Mini-Trampelpfad, richtig schoen in der Wildnis. Doch der Trampelpfad war eine grosse Durchgangsstrasse fuer irgend ein Dorf, auf dem ein Haufe Leute gelaufen sind. Aber die Afrikaner hatten mehr Angst vor mir als ich vor ihnen haben musste. Die Nacht war folglich ruhig, auser einem Nagetier, das ununterbrochen an Kopfende des Zeltes herumwuehlen musste. Beim Wetter hatte ich mich wie beim Trampelpfad auch getaeuscht. Es hat heute wieder geregnet, aber immer nur kurz und schmerzlos. Sonst ist es grossteils bewoelkt, was deutlich angenehmer ist.
Eintrag vom 28.05.2011, 13Uhr
Mein Tagesrhytmus hat sich so langsam eingependelt, die Sonne bestimmts. Morgens mit der Sonne aufgestanden, Zelt feucht eingepackt, wenige Kilometer fahren, Fruehstuecks-Chapati essen und Chai trinken, dann gehts weiter.
Die Landschaft aendert sich kaum, es ist sehr huegelig, die Doerfer sind zumeist immer ganz oben, die Strasse versucht immer alle Doerfer mitzunehmen, so dass es staendig hoch und runter geht.
Weil ich so viel schwitze haelt die Sonnencreme nicht !
Eintrag 28.05.2011, 20:30
Ich bin heute wieder, wie gestern schon 116 Km gefahren. Am Ende habe ich mir noch ein Wettrennen mit 3 Afrikanern geliefert. Nach 4 Tagen ohne Pause Radfahren goenne ich mir in Chalinze ein Zimmer in der “Amazon Lodge”. Dem Maex wuerde das sehr gefallen hier. Ungefaehr 7 Euro fuer ein Doppelzimmer, mit Fernseher ohne richtigen Empfang, aber funktionierender Dusche (von oben !!). Auch der Strom tut tadellos, der stabil wirkende Deckenventilator gibt gute Luft und trocknet meine Waesche richtig schnell. Natuerlich haengt das ganze Zimmer wieder voll. Nach der Dusche fuehlt man sich wie neugeboren, der ganze Dreck der letzten Tage fliesst den Abfluss hinunter!
Neben der notwendigen Hygiene spielte auch ein anderer Gedanke mit, hier ein Zimmer zu nehmen: Ich moechte zusammen mit den Fussballbegeisterten Afrikanern das Champions League Finale anschauen. Manchester United gegen FC Barcelona ! Nasch einer ersten nicht repraesentativen Meinungsanalyse geben die ManU Fans hier den Ton an – Man darf gespannt sein.
- Hierzu wirds ein Video geben, dass ich hier allerdings unmoeglich hochladen kann
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Eintrag 29.05.2011, 12 Uhr
40 Kilometer bis Morogoro.
Ich sitze hier in einem kleinen Dorf (?? oder wie nennt man eine Ansammlung von Hauesern sonst ??) zwischen Chalinze und Morogoro. Heute ist Sonntag, und die Leute arbeiten anscheinend nicht. Ein paar schrauben an ihren Motorraedern herum, der Rest scheint sich ordentlich zu langweilen und haengt die Zeit ab. Es ist schwer, wenn man sich nicht unterhalten kann. So sotze ich neben ihnen, trinke meine halbwarme Coke und hoffe, dass die Englische Sprache in Malawi etwas gaengiger ist.
Achja, Barcelona hat das CL Finale gewonnen, die Stimmung war heiss, aber fair. Das Bier kostet 75cent.
Kaum bin ich losgefahren, fuehle ich mich wieder reif fuer die Dusche. Ich schwitze wie ein Schwein, obwohl die Sonne heute nicht so schlimm ist; ich hoffe dass sich das Klima bald etwas aendert.
Eintrag 29.05.2011, 19 Uhr
Heute bin ich nun bis Morogoro gefahren, erledige ein paar Internetdinge und schlafe wieder in einem richtigen Zimmer; wieder alles Tiptop, 2 Euro teurer als die Nacht davor, aber inklusive Fruehstueck. Der Fernseher zeigt diesmal Programme, aber nur verrauscht. Naja, ist eh nur Zeitverschwendung. Auf unserer Radtour durch Asien haben wir das aber auch schon bemerkt, dass man manchmal froh ist von Land und Leuten abschalten zu koennen.
Fuer die Weiterfahrt nach Iringa wurde ich vor Loewen gewarnt – Simba, hatari ! - auf der Strasse natuerlich kein Thema, aber uebernachten sollte ich vielleicht besser in einem Guesthouse in Mikumi. Sicher ist sicher.
Im Dinge zweckentfremden sind die Tansanier uebrigens ganz Prima. So waescht man sich haeufig mit Waschmittel die Haende (auch schonmal mit einem Klostein *wink an Markus*. Als nettes Detail, passend zu meiner Radtour esse ich gerade das Fleisch von Fahrradspeichen-spiessen.
Zum Essen: Die Afrikaner hier fritieren gerne. Kartoffeln als Chips oder Pommes, bis hin zu frietierter Banane geht alles. An Fett fehlts auch den Chapati (eine auch aus Indien bekannte Art Pfannkuchen, aber etwas “blaetterteigiger”) nicht, die es bei mir immer zum Fruehstueck gibt. Ich streu immer etwas Zucker darauf, damit sie auf Dauer geniessbar bleiben, ernte dafuer allerdings zuweilen verwunderte Blicke.
Auch nicht zu verachten ist Sima – mit Wasser aufgequollenes Maismehl; sehr naehrreich und passt zu allem, weils nur sehr wenig Eigengeschmack hat. Dazu verkochtes Gemuese (Kohl, Spinat, Tomate, Zwiebeln) und Masalagewuerz – Lecker! Frisches Gemuese gibts nur sehr selten.
Das Angebot an Obst nimmt zu, umso trockener die Landschjaft wird. Ich nehme an dass die Pflanzen Wasser fuer die Trockenzeit in den Fruechten speichern. Tangerine, Papaza, Wassermelone und Maracuja (lecker!) und andere Dinge, dessen Deutsche oder Englische Namen ich noch nicht herausgefunden habe.
Zu guter letzt habe ich noch eine Bitte an meine Leser. Ich streng mich ziemlich an interessante Berichte zu schreiben, moechte aber nicht das Gefuehl haben, einen Monolog zu fuehren. Kurze Kommentare oder Nachfragen wuerden mich freuen.
Ansonsten werd ichs irgendwann lassen, weil mein Notizbuch tuts auch, dann brauch ich nicht so viel Zeit mit schlechtem Internet verbringen.


Mai 30th, 2011
Nimmst du dein Radl eigentlich mit in dein Zelt wenn du irgendwo in der Pampa zeltest????
Ist besser als Fernsehschauen, du könntest eine RealityLifeSerie draus machen…. haha. Also ich koche mir übrigens nachher leckre Rosmarinkartoffeln mit frischem EHEC verseuchtem Gemüse. Es klingt echt sehr, öhm, interessant was es bei dir zu Essen gibt.
Unterstehe dich aufzuhören es ist wunderbar deine Berichte zu lesen, nur hätte ich sie gerne nooooch öfters
Machs gut, tausend Küsse
Yvonne