Iringa
Update: hab jede Menge Bilder hochgeladen., so gutes Internet werde ich so schnell nicht mehr bekommen.
Ich werde mich die naechsten Tage erstmal nicht mehr melden koennen, also keine Sorgen machen...
Ich bin heute in Iringa angekommen, der bisher schoensten Stadt in der schoensten Gegend.
Iringa ist toll auf einem Bergruecken gelegen, das Klima ist richtig angenehm, es wird nachts richtig schoen kuehl.
Morgen wirds Richtung Mbeya gehen, dann bieg ich nach Sueden nach Malawi ab. Eventuell besteige ich davor noch den Mt. Rungwe (Vulkan, 2960m)
Aber der Reihe nach, wieder ein Mehrfacheintrag:
Eintrag 30.05.11, 19:30 Uhr
Heute war ein verrueckter Tag. Anfangs liefs richtig fluessig. Ab Morogoro hat die Savanne angefangen, die hier auf einer Hochebene liegt, sodass endlich Schluss mit der Huegellandschaft ist. In einem kleinen Dorf habe ich was gegessen und wurde von einem Masai angesprochen, der recht passabel Englisch konnte, da er als Tourist Guide auf Sansibar gearbeitet hat. Er hat mich in sein Masai Dorf eingeladen, das nach etwa 25km Fahrtauf meiner Route kam. Er ist mit dem Motorrad vorgefahren und hat ein paar mal gehalten, um mir Lebensweise der Masai zu zeigen. Das Dorf selbst wuerde ich nicht als solches bezeichnen, es sind nur ein paar Lehmhuetten mit Strohdaechern um Viehzucht betreiben zu koennen, alles ist sehr spartanisch. In den Haeusern schlafen 4 oder 5 Leute auf einer Pritsche, auf der vielleicht 2 Europaeer Platz finden wuerden, wenn sie sich gern haben. Ich hab "frische" Kuhmilch bekommen, ob das allerdings eine gute Idee war, wird sich heute nach zeigen. Als Flaschen werden ausgehoehlte Fruechte benutzt, die durch Kuhurin desinfiziert werden. An mein urspruengliches Ziel, Mikumi, waren es aber noch 70km, so hatte ich relativ wenig Zeit. Doch die Fahrt durch den Nationalpark wurde mir von mehreren Seiten abgeraten, und auch das Schild am Parkeingang war eindeutig. HATARI (gefaehrlich!). Also habe ich ein Auto angehalten. Angehalten hat ausgerechnet ein indischer katholischer Priester, der seit 9 Jahren hier lebt und arbeitet, als Missionar in Afrika. Er kam aus Mangalore in Karnataka, wo wir damals nur 20km oestlich vorbeigeradelt sind. Der Inder sprach wie fuer Inder ueblich recht gutes Englisch, was fuer mich ein Glueck war, so konnte ich mich die Fahrt ueber blendend unterhalten. Er war extrem nett und hat mich noch einige Kilometer ueber Mikumi hinaus gefahren, so dass ich morgen schon in Iringa sein kann. Er laesst mich in einem kleinen Dorf am Ruaha River heraus, wo ich in einem Superpopeligen Guesthouse mit miesen Zimmern naechtige. Ein Glueck dass ich alles habe, um mir mein eigenes Abteil auf dem Bett aufstellen kann. Es ist so ekelig, dass ich mit der Dusche lieber bis Iringa warte, wo ich plane wieder ein Guesthouse aufzusuchen. Etwas teurer als hier darfs dann ruhig sein, was kann man denn fuer umgerechnet 2,30 Eur gross erwarten
Aber da ich nur in groesseren Staedten Geld abheben kann, und ich mich in Morogoro etwas verrechnet habe, ist mir das Recht. Loewen habe ich uebrigens keine gesehen, soll wohl auch die fasche Jahreszeit sein, da kurz nach der Regenzeit alles ueberall im Ueberfluss vorhanden ist, und sich die Tierwelt daher sehr verteilt.
Eintrag 31.05.2011, 7 Uhr
Das Zimmer ekelhaft, keine richtige Dusche (auf meine Nachfrage wurde auf ein grossen Wasserkanister gezeigt), ein stinkendes Loch als Klo, da bin ich sehr froh, dass die Milch wohl doch keine weiteren Nachwirkungen mit sich zog. Ueberall haengen Spinnen an den Waenden, umso ruhiger war die Nacht, in meinem Bettaufbau habe ich wunderbar geschlafen.
Eintrag 31.05.2011 , 13:30
Seit Mikumi hat sich die Landschaft erneut stark veraendert. Zwischen Mikumi und Iringa ist ein Grabenbruch, aehnlich dem Rheingraben. Drin flach, auf den Seiten gehts ordentlich bergan. Ich hab unten geschlafen, und musste heute auf der anderen Seite wieder nach oben. Ein bisschen LKW-Cheating habe ich dann aber doch betrieben, die da Trucks hier mit rund 15Km/h den Berg hochgurken, kann man sich relativ einfahc hinten dran haengen und sich ziehen lassen, was aber dennoch brutal anstrengend ist. Heute Abend werde ich Muskelkater im rechten Arm haben. Eine tolle bergige Landschaft ist hier nun, aber das beste ist das Klima hier oben. Man hat einen steten kuehlen Wind, und die Luft ist trocken. Richtig angenehm also. Auch habe ich das Gefuehl, dass die Menschen hier etwas relaxter sind. Dazu gabs richtig lecker Essen. Bis Iringa sinds nur noch 45 Km.
Morogoro Nummer 2
Wieder ein Mehrfacheintrag.
Eintrag vom 27.05.2011, 14Uhr
Von Tanga gings nach Westen, die Strasse ist richtig gut, der Verkehr maessig, nur die Busse fahren wie Sau! Heute habe ich eine Polizeigeschwindigkeitskontrolle gesehehen, ein wenig Genugtuung. Aber alles noch recht harmlos, zumal man links und rechts einen schmalen weiter geteerten Streifen zum Ausweichen hat.
Die Menschen sind super, auf ein “Jambo” (Hallo) folgt immer ein “Jambo-Mambo”, “Karibu” (Willkomen), oder “Habari” (Wie gehts ), worauf man “Mzuri” (Gut) antwortet
Aber man kann sich hier in Ruhe hinsetzen, ohne umringt zu werden, was doch deutlich entspannter ist als in Indien. Auch das Fahrrad kann man ohne Bedenken stehenlassen, ohne dass es sofort begrabscht oder geklaut wird. Meine Keniakarte hat mich vor einigen Kilometern verlassen, aber das macht nichts, da es eh nicht sehr viele Strassen gibt.
Letzte Nacht habe ich den eigentlich perfekten Schlafplatz gefunden. Von der Strasse ging ein kleiner Weg ab, nach 200 Metern hiervon ein Mini-Trampelpfad, richtig schoen in der Wildnis. Doch der Trampelpfad war eine grosse Durchgangsstrasse fuer irgend ein Dorf, auf dem ein Haufe Leute gelaufen sind. Aber die Afrikaner hatten mehr Angst vor mir als ich vor ihnen haben musste. Die Nacht war folglich ruhig, auser einem Nagetier, das ununterbrochen an Kopfende des Zeltes herumwuehlen musste. Beim Wetter hatte ich mich wie beim Trampelpfad auch getaeuscht. Es hat heute wieder geregnet, aber immer nur kurz und schmerzlos. Sonst ist es grossteils bewoelkt, was deutlich angenehmer ist.
Eintrag vom 28.05.2011, 13Uhr
Mein Tagesrhytmus hat sich so langsam eingependelt, die Sonne bestimmts. Morgens mit der Sonne aufgestanden, Zelt feucht eingepackt, wenige Kilometer fahren, Fruehstuecks-Chapati essen und Chai trinken, dann gehts weiter.
Die Landschaft aendert sich kaum, es ist sehr huegelig, die Doerfer sind zumeist immer ganz oben, die Strasse versucht immer alle Doerfer mitzunehmen, so dass es staendig hoch und runter geht.
Weil ich so viel schwitze haelt die Sonnencreme nicht !
Eintrag 28.05.2011, 20:30
Ich bin heute wieder, wie gestern schon 116 Km gefahren. Am Ende habe ich mir noch ein Wettrennen mit 3 Afrikanern geliefert. Nach 4 Tagen ohne Pause Radfahren goenne ich mir in Chalinze ein Zimmer in der “Amazon Lodge”. Dem Maex wuerde das sehr gefallen hier. Ungefaehr 7 Euro fuer ein Doppelzimmer, mit Fernseher ohne richtigen Empfang, aber funktionierender Dusche (von oben !!). Auch der Strom tut tadellos, der stabil wirkende Deckenventilator gibt gute Luft und trocknet meine Waesche richtig schnell. Natuerlich haengt das ganze Zimmer wieder voll. Nach der Dusche fuehlt man sich wie neugeboren, der ganze Dreck der letzten Tage fliesst den Abfluss hinunter!
Neben der notwendigen Hygiene spielte auch ein anderer Gedanke mit, hier ein Zimmer zu nehmen: Ich moechte zusammen mit den Fussballbegeisterten Afrikanern das Champions League Finale anschauen. Manchester United gegen FC Barcelona ! Nasch einer ersten nicht repraesentativen Meinungsanalyse geben die ManU Fans hier den Ton an – Man darf gespannt sein.
- Hierzu wirds ein Video geben, dass ich hier allerdings unmoeglich hochladen kann
-
Eintrag 29.05.2011, 12 Uhr
40 Kilometer bis Morogoro.
Ich sitze hier in einem kleinen Dorf (?? oder wie nennt man eine Ansammlung von Hauesern sonst ??) zwischen Chalinze und Morogoro. Heute ist Sonntag, und die Leute arbeiten anscheinend nicht. Ein paar schrauben an ihren Motorraedern herum, der Rest scheint sich ordentlich zu langweilen und haengt die Zeit ab. Es ist schwer, wenn man sich nicht unterhalten kann. So sotze ich neben ihnen, trinke meine halbwarme Coke und hoffe, dass die Englische Sprache in Malawi etwas gaengiger ist.
Achja, Barcelona hat das CL Finale gewonnen, die Stimmung war heiss, aber fair. Das Bier kostet 75cent.
Kaum bin ich losgefahren, fuehle ich mich wieder reif fuer die Dusche. Ich schwitze wie ein Schwein, obwohl die Sonne heute nicht so schlimm ist; ich hoffe dass sich das Klima bald etwas aendert.
Eintrag 29.05.2011, 19 Uhr
Heute bin ich nun bis Morogoro gefahren, erledige ein paar Internetdinge und schlafe wieder in einem richtigen Zimmer; wieder alles Tiptop, 2 Euro teurer als die Nacht davor, aber inklusive Fruehstueck. Der Fernseher zeigt diesmal Programme, aber nur verrauscht. Naja, ist eh nur Zeitverschwendung. Auf unserer Radtour durch Asien haben wir das aber auch schon bemerkt, dass man manchmal froh ist von Land und Leuten abschalten zu koennen.
Fuer die Weiterfahrt nach Iringa wurde ich vor Loewen gewarnt – Simba, hatari ! - auf der Strasse natuerlich kein Thema, aber uebernachten sollte ich vielleicht besser in einem Guesthouse in Mikumi. Sicher ist sicher.
Im Dinge zweckentfremden sind die Tansanier uebrigens ganz Prima. So waescht man sich haeufig mit Waschmittel die Haende (auch schonmal mit einem Klostein *wink an Markus*. Als nettes Detail, passend zu meiner Radtour esse ich gerade das Fleisch von Fahrradspeichen-spiessen.
Zum Essen: Die Afrikaner hier fritieren gerne. Kartoffeln als Chips oder Pommes, bis hin zu frietierter Banane geht alles. An Fett fehlts auch den Chapati (eine auch aus Indien bekannte Art Pfannkuchen, aber etwas “blaetterteigiger”) nicht, die es bei mir immer zum Fruehstueck gibt. Ich streu immer etwas Zucker darauf, damit sie auf Dauer geniessbar bleiben, ernte dafuer allerdings zuweilen verwunderte Blicke.
Auch nicht zu verachten ist Sima – mit Wasser aufgequollenes Maismehl; sehr naehrreich und passt zu allem, weils nur sehr wenig Eigengeschmack hat. Dazu verkochtes Gemuese (Kohl, Spinat, Tomate, Zwiebeln) und Masalagewuerz – Lecker! Frisches Gemuese gibts nur sehr selten.
Das Angebot an Obst nimmt zu, umso trockener die Landschjaft wird. Ich nehme an dass die Pflanzen Wasser fuer die Trockenzeit in den Fruechten speichern. Tangerine, Papaza, Wassermelone und Maracuja (lecker!) und andere Dinge, dessen Deutsche oder Englische Namen ich noch nicht herausgefunden habe.
Zu guter letzt habe ich noch eine Bitte an meine Leser. Ich streng mich ziemlich an interessante Berichte zu schreiben, moechte aber nicht das Gefuehl haben, einen Monolog zu fuehren. Kurze Kommentare oder Nachfragen wuerden mich freuen.
Ansonsten werd ichs irgendwann lassen, weil mein Notizbuch tuts auch, dann brauch ich nicht so viel Zeit mit schlechtem Internet verbringen.
Morogoro
Nur auf die Schnelle, hab aber gaaaanz viel zum schreiben, vielleicht spaeter oder erst in 3 Tagen wieder
Das Internet ist hier ganz furchtbar.
Mir gehts gut, bin in Morogoro, Tansania, und fahr als naechstes nach Iringa weiter. Alles easy.
Tanga (Stadt in Tansania)
Kurze Statusmeldung von mir, damit sich keiner Sorgen machen braucht. Bin in Tanga in Tansania angekommen. Es ist brutal heiss, es regnet nicht mehr, dafuer scheint die Sonne ununterbrochen was auch nicht unbedingt besser ist. Hier ist alles viel aermlicher als in Kenia, aber sehr nette Menschen auch hier ! Die Strassen sind mies (Piste), der Wind kommt natuerlich von vorn !
Ausfuehrlicher irgendwann anders
Auf gehts
So langsam reift mein Wille nun endlich richtig aufzubrechen. Die Tage waren prima, doch nun moechte ich die absolute Freiheit!
Nun kann ich mich langsam ganz gut in der afrikanischen Kultur bewegen, weiss wie man mit den Menschen umgeht, was wieviel kostet und was im "Restaurant" geniessbar ist. Eigentlich Alles ganz einfach.
Nicht nur der Gedanke einfach loszufahren ist weit fortgeschritten, ich mache mir auch Gedanken ueber mein Reiseziel. Maex kann das sicher gut nachvollziehen, das tropische Klima ist einfach nichts fuer uns Europaeer.
Diani Beach: Da ist er wieder, der Strand, den man paradiesisch nennen koennte, doch so richtig geniessen tu ich ihn nicht, vielmehr hab ich ein klein wenig einen Hass auf die Westler, die sich hier billig nen faulen Lenz machen und in ihren Luxushotels oder auf dem Golfplatz ihr Leben geniessen, waehrend die Afrikaner vor sich hin siechen, und sie das kein bisschen juckt, vielmehr fuehlen sie sich als was Besseres. Ich fahr mal lieber weiter !!
Vielleicht kommen spaeter noch ein paar Bilder, aber ansonsten folgt jetzt erstmal ein paar Tage Funkstille.

