goneforthewild
21Okt/110

This tablature has been made unavailable in your country at the request of the rights owner

Jeder Gitarrist kennt und liebt die Seite ultimate-guitar.com. Tausende (vermutlich eher Millionen) Tablaturen und Akkorde von allen möglichen Künstlern sind hier vertreten und für jeden frei abrufbar. Als Musikfan habe ich gegenüber den frühgeschichtlichen Vorinternet-Zeiten ungeahnte Möglichkeiten meine Lieblingslieder kennenzulernen und nachzuspielen. Nicht selten entdecke ich hierüber neue Musik kennen und lieben, freue mich auf Konzerte, um die Künstler in Aktion zu sehen und zu bewundern. Es ist ein Teil der Musikkultur für mich geworden. Man könnte meinen, jeder Künstler müsste sich über das Interesse und der Begeisterung an ihrer Musik freuen.

Doch soeben noch in meiner heilen Welt lebend, ereilte mich gerade ein tiefer Schock:

Dass es vor ein paar Jahren über Rechte an Songtexten und Tabs Diskussionen gab, habe ich mitbekommen, aber ich dachte die Musikindustrie hätte nach dem DRM-Disaster ein wenig dazugelernt.
Led Zeppelin's deutsche Rechteinhaber lassen alle ihrer Tabs auf ultimate-guitar.com sperren. David Bowie, Mariah Carey, Jethro Tull, Eric Clapton, Leonard Cohen, Feeder, Billy Idol und die Raconteurs  werden auch geblockt.
Die geldgierige Musikindustrie will natürlich mit ihren Rechten Kohle machen, und da steht ultimate-guitar.com im Weg, niemand gibt mehr Geld für Notenbücher aus. Dass die Musikindustrie mit diesem archaischen Vorgehen allerdings ihre Fans verprellen und ihr eigenes Grab schaufelt, merken sie anscheinend nicht. Sind nicht genau diejenigen, welche die Musik lieben, auf Gitarre nachspielen, weiterleben und weitertragen, die selben, die auch die Platten  kaufen und auf Konzerte gehen, andere mit der Musik infizieren, die dann wiederum Platten kaufen und auf Konzerte gehen ? Mein Eindruck ist: Der Musikliebhaber wird verarscht, die Geldgeier haben obsiegt, die Musik hat verloren !

Dass UG.com vor der Musikindustrie einknickt und es nicht auf einen Rechtsstreit ankommen lässt, ist verständlich aber schade, allerdings könnte man sich mehr Informationen und vielleicht ein öffentliches Aufbäumen darüber wünschen. Ich habe nichts darüber gefunden, keine ofizielle Stellungnahme seitens UG.com.

Mit Proxy-Tools wie etwa Proximize.me kann man übrigens auf Umwegen auf  die gesperrten Tabs zugreifen.

Dass es auch anders geht zeigt zum Beispiel Götz Widmann, der Tabs und Lyrics auf seiner Homepage zur Verfügung stellt und sogar auf ein inofizielles Songbook verweist. Götz Widmann ist übrigens wieder auf Tour, und ich überlege mir sogar 2 Termine wahrzunehmen.

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5Sep/111

Nach Hause

Ich bin gerade in Abu Dhabi, mein Flug nach Frankfurt startet in etwa einer Stunde.

Es kommt mir vor als waere es Gestern gewesen. Gerade bin ich in Mombasa gelandet, helfe einem anderen Deutschen das englischsprachige Einreiseformular auszufuellen. Dann wie ich mein Fahrrad unter neugierigen Blicken zusammenschraube. Meine ersten Schritte in Schwarzafrika.
In der Zwischenzeit habe ich so viel erlebt, so viele Eindruecke bekommen, tolle Menschen und schoene Landschaften gesehen. Und doch verging die Zeit wie im Flug.

Der Rueckflug laeuft wie am Schnuerchen, Etihad nimmt mein Fahrrad trotz Ueberepaeck ohne Zuzahlung an. Bald schon bin ich im Heimatland, werde es doch erst realisieren wenn ich ein paar Tage da bin. Schon jetzt vermisse ich das Reisen und die fremden Kulturen, gleichzeitig freue ich mich aber auch wieder auf Zuhause.

Bis bald!

Update (Dienstag, 06.09.): Bin wohlbehalten in Frankfurt angekommen. Morgen geht's nach Konstanz.

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5Sep/112

Meine Radreise in Afrika als kurzes Video

Ein paar bislang unveröffentlichte Videoschnipsel, die noch auf meiner Festplatte rumlagen, zusammengeschnitten.

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26Aug/110

Namibia und Südafrika

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25Aug/113

Kapstadt

Da bin ich nun also in Kapstadt! Mein Ziel ist erstmal erreicht, ich sitze am Atlantik. Wegen des schlechten Wetters  kann man den Tafelberg nicht sehen, nur hin und wieder schaut der Lion's Head hervor. Der erste Eindruck von  Kapstadt ist prima. Wunderschön zwischen Berg und Meer gelegen ist es eine schöne, aber doch überschaubare Großstadt. Mehr als 2 Wochen bleiben mir hier um auf Entdeckungsreise zu gehen, ans Kap der Guten Hoffnung zu  radeln, auf den Tafelberg zu steigen und nochmals nach Paarl und ins Weinland zum wandern zu gehen.
Kapstadt hat etwa 3,5 Millionen Einwohner, wirkt aber auf den ersten Blick recht gemütlich und deutlich kleiner, was  wohl daran liegt, dass die meisten Einwohner in den vielen Vororten leben. Die meisten Schwarzen leben eher ärmlich in Vororten und  Townships (Khayelitsha, das Größte Township Kapstadts hat vermutlich mehr als 1,5 Millionen Einwohner), die Innenstadt ist so mehr oder weniger den Weißen und einem Teil der Farbigen vorenthalten.

Meine Aufregende Reise liegt nun hinter mir, doch die Eindrücke und Erlebnisse werden noch sehr lange in meinem Kopf  herumschwirren, bevor sie verarbeitet sein werden. All die positiven, wie auch die negativen Ereignisse werden mich  noch eine ganze Weile beschäftigen. Das Fotos durchgehen und sortieren wird mir dabei helfen, verschwindet doch sonst vieles doch so schnell wieder in den Tiefen der Gehirnwindungen.

Ein erstes Fazit will ich an diesem Punkt aber schon abgeben:

Über drei Monate mit dem Fahrrad quer durch Afrika. Erstaunlich gute Strassen machten das Radfahren an sich recht einfach. Wilde Tiere stellten kein Problem dar, auch wenn selbst die Einheimischen micht immer wieder fragten, ob ich denn keine  Angst vor Löwen oder dergleichen hätte. Die Frage ob es in der jeweiligen Gegend denn wilde Tiere gäbe wurde aber, mit Ausnahme um den Mikumi National Park in Tansania, stets verneint. Der Durchschnitts-Afrikaner kommt kaum 30 Kilometer über die Grenzen seines Dorfes hinaus, und erzählt nur Geschichten, hat aber selbst kaum eine Ahnung von seinem Kontinent. Tatsächlich habe ich am Strassenrand einen Elefanten, Giraffen, Zebras, Warzenschweine, verschiedene Antilopen und ähnliche Wildtiere gesehen, nichts gefährliches wie Löwen oder Leoparden. Nicht eine einzige lebende Schlange kam mir über den Weg. Die Malariagefahr ist zumindest in der Trockenzeit recht überschaubar. Ist man nicht gerade im Sumpfgebiet unterwegs, hat man zuhause am Bodensee deutlich mehr Moskitos als in den Teilen Afrikas, in denen ich unterwegs war. Meine Malariaprophylaxe habe ich nach 2 Monaten kurz nach Lusaka (Sambia) abgesetzt. Größere Probleme mit dem Rad blieben aus, Speichenbruch am Hinterrad (insgesamt 9 gebrochene Speichen) und ein am Ende seiner Lebenszeit stehendes Tretlager, sowie der Mangel an Bremspads für die Scheibenbremse bereiteten mir Kopfzerbrechen. Letzteres konnte ich lösen, da es in Windhoek den ersten modernen Fahrradladen meiner Reise gab, das Hinterrad und das Tretlager hielten glücklicherweise bis Kapstadt durch.
In großen Teilen der Reise war das Essen einfach und nicht besonders abwechslungsreich, dafür aber günstig, und wie auch das Wasser stets reichlich vorhanden. Auf der gesamten Tour habe ich nur einmal für Wasser Geld gezahlt - der Plastikflaschen wegen. Die Qualität der vielen Pumpbrunnen war vor allem in Malawi und Sambia hervorragend. War in Kenia und Tansania das Essen meist "deep fried" (fritiert), gab es in Malawi und Sambia mehr frisches oder gekochtes Gemüse. Nsima, bzw. Ugali, ein Maismehlbrei ist das Hauptnahrungsmittel der Einheimischen in diesen Ländern. In Namibia und Südafrika wird es hingegen relativ westlich und fleischbetont. In großen Supermärkten wird die ganze Palette angeboten, während in den Ländern zuvor nur kleine Shops und Marktstände die Lebensmittel anbieten, und die Auswahl klein ist.
Viele nette und hilfsbereite Menschen habe ich getroffen. Boshaftigkeit, Kriminalität oder Gewalt dagegen waren äußerst selten. Zu keiner Zeit habe ich mich persönlich gefährdet, fast immer im Gegenteil, sehr sicher gefühlt. Doch die grandiose Gastfreundlichkeit der Länder im nahen Osten war leider nicht vorhanden. Fast immer wird eine Gegenleistung erwartet, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Wurde ich angesprochen, wollte der Gesprächspartner am Ende nicht selten (sagen wir meistens) Geld von mir. Das finde ich insofern sehr schade, da ich viele Gespräche oder Hilfen von vornherein ablehnte, dadurch allerdings garantiert so manche positive Überraschung verpasste.
Die Eindrücke der Reise waren nicht nur schön, auch Schwierigkeiten und negative Erlebnisse sowie  Probleme und die große Armut in Afrika konnte ich sehen.
Allgegenwärtig sind die Folgen der Kolonisation und Missonierung zu sehen, welche zwar die Zivilisation, damit aber auch viele, den Menschen bis daher unbekannte Probleme brachten. Die ursprüngliche Kultur geht mehr und mehr verloren und mit ihr die Identität der Menschen. Denn in der neuen zivilisierten Welt finden sich die meisten nicht zurecht. Die Mentalität der Menschen passt nicht mit den aufgedrückten Wertevorstellungen überein. Überall konnte ich sehen, wie Dinge nur zum gerade so Funktionieren gemacht wurden, statt diese gut oder schön zu machen. Statt die schäbigen Behausungen, die ekelhaften Toiletten oder die nicht funktionierenden Stromleitungen zu reparieren, verbessern oder verschönern, ist die arbeitsfreie Zeit häufig von Antriebslosigkeit, Langeweile und Alkoholkonsum geprägt. Aktivitäten, die nur zum Genießen ausgeübt werden, sowie Hobbys sind weitgehend unbekannt. Anstöße zu Verbesserungen müssen fast immer von Außen kommen, diese werden allerdings häufig mit großer Begeisterung von den Einheimischen ausgeführt - zumindest so lange der Anstoß anhält.
Das Schulsystem in den meisten Ländern klingt erstmal nicht schlecht: Primärschulen waren immer kostenlos, Sekundärschulen häufig ebenfalls. Viele Privatschulen verbessern das Lehrangebot für die Reicheren. Bei näherer Betrachtung sieht man allerdings auch hier Defizite: schlechte Lehrpläne, den Fokus auf auswendig erlerntes Wissen statt Verständnis. Da Schulen häufig zwar kostenlos, der Schulbesuch aber keine Pflicht ist, oder die Pflicht nicht kontrolliert wird, schicken viele vor allem ärmere Familien ihre Kinder nicht in die Schule oder unterstützen sie nicht. Da die Familien sehr kinderreich sind bleibt für das einzelne Kind nicht viel vom Kuchen übrig. Die Folge ist eine immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich. Am besten konnte ich das in Südafrika sehen, wo die kinderarmen Reichen (meist Weiße) mit guter Bildung deutlich besser dastehen als die Armen (meist Schwarze), was man ihnen nicht vorwerden kann.
Viele Probleme sind hausgemacht, kulturell bedingt aber schwer zu verändern.
Je abgeschiedener die Dörfer waren, umso weniger Probleme und umso mehr Zufriedenheit konnte ich finden. So strahlten die Menschen im kleinen Malawi trotz (oder vielleicht gerade wegen) ihrer einfachen Lebensweise eine viel größere Zufriedenheit aus, als die Menschen in touristisch oder wirtschaftlich entwickelteren Ländern wie Tansania oder Kenia. In Namibia und Südafrika ist die Unzufriedenheit angesichts der Unterschiede zwischen Arm und Reich nochmals deutlich größer. Doch von den Armen kommt auch nicht viel Eigeninitiative, um die Situation zu verändern.
Landschaftlich gesehen waren die durchfahrenen Gegenden recht schön, aber doch ein wenig abwechslungsarm. Tansania war meist hügelig oder flach, Sambia und Namibia mit sehr kurzen, hügeligen Ausnahmen über hunderte Kilometer topfeben. Landschaftliche Höhepunkte gab es für mich in Malawi mit dem Malawisee und den Rändern des Ostafrikanischen Grabenbruchs, als auch in den eindrucksvollen Bergen Südafrikas.
Insgesamt eine sich überaus lohnende und belehrende Reise, wenn auch nicht eine nur zum Genießen. Von allen Ländern hat mich Malawi landschaftlich als auch kulturell am meisten positiv überrascht. Viele Erlebnisse und Eindrücke, sowie jede Menge Begegnungen werden für immer im Gedächtnis bleiben.

Danke an Alle, die meinen Blog verfolgt haben.
Ich möchte wenn ich zurück bin für alle interessierten im Rahmen einer kleinen Wieder-Zurück-Party einen kleinen Diavortrag vorbereiten :)

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veröffentlicht unter: Afrika 2011, Radtouren 3 Kommentare